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  1. Auch dieses Jahr startet die FOSDEM am ersten Februarwochenende in Brüssel. Bei dem zweitägigen Event gibt es insgesamt 854 Vorträge, Workshops und Diskussionen zu diversen Open Source Projekten. Natürlich werden die Vorträge auch dieses Jahr wieder live übertragen.

    Vertreten sind unter anderem Entwickler diverser Projekte, die Einblicke in die Entwicklungsarbeit geben oder Ergebnisse vorstellen. Die Spanne ist dabei wie bisher immens, so reicht die Bandbreite von Vorträgen zu diversen Programmiersprachen über Software Defined Radio hin zu Themen wie RISC-V oder Quantencomputern.

    Um hier den Überblick behalten zu können, erfolgt eine Unterteilung der meisten Events neben den „Main Tracks“ in sogenannten Devrooms, die von den jeweiligen Projektverantwortlichen selbst organisiert werden. So gibt es beispielsweise 19 Vorträge zu Open Source CAD-Tools wie KiCAD oder FreeCAD. Eine kleine Auswahl interessanter Devrooms soll im Folgenden vorgestellt werden, wobei auch eine Gesamtübersicht verfügbar ist:

  2. Bestückungsautomaten sind in der Regel groß, schwer und teuer – also für den Heimgebrauch oder Prototypen kaum relevant. Dass dem nicht so sein muss, zeigen Open Source-Projekte wie SimplePnP.

    SimplePnP kann bereitgestellte Bauteile mittels Vakuum aufnehmen und auf einer Fläche von 300  mm x 300 mm bestücken. Die Feeder zur Bauteilbereitstellung sind dabei relativ einfach als Aufnahme gehalten, in die sich Standard-Reelstreifen schieben lassen. So lässt sich zwar nur eine bestimmte Anzahl an Bauteilen verwenden, bevor manuell nachgeschoben werden muss, dafür ist auch die Verwendung von Zuschnitten problemfrei möglich.

    Mit der aktuellen Version ist es möglich, Bauteile ab einer Größe von 0402 automatisch zu bestücken, wobei sich bis zu 750 Bauteile pro Stunde bestücken lassen. Verschiedene Vakuumaufnehmer ermöglichen es, eine entsprechende Bandbreite an Bauteilen zu verarbeiten.

    Im Lieferumfang der Grundversion sind das Verfahrsystem mit Kamera, drei Vakuumaufnehmer samt Vakuumpumpe und die benötigte Elektronik enthalten. Zusätzliche Optionen erlauben etwa die gleichzeitige Verwendung eines zweiten Bestückungskopfes oder eine genauere Ausrichtung der aufgenommenen Bauteile mittels zusätzlicher Kamera.

    Dabei ist SimplePnP nicht das erste Projekt seiner Art, so bietet Liteplacer ähnliche Spezifikationen bei einer deutlich größeren Arbeitsfläche. Allerdings kostet SimplePnP nur etwa ein Drittel der bisher günstigsten Lösung. Damit wird auch der Preis üblicher Bestückungsassistenzsysteme, die eine manuelle Positionierung erfordern, unterschritten.

    Alle benötigten Informationen zu Soft- und Hardware finden sich in dem entsprechenden GitHub Repository. Zudem besteht bis Ende des Monats die Möglichkeit, an der Crowdfunding-Campagne teilzunehmen, wobei die Basisversion 630 $ kostet. Für den Versand nach Deutschland kommen 84 $ hinzu.

  3. Ich wünsche allen Besuchern von Mikrocontroller.net ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage, und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ein besonderes Dankeschön an die Moderatoren in diesem Forum, und danke an alle die sich in diesem Jahr in Forum und Artikelsammlung beteiligt haben.

  4. InstaDeep wirbt mit dem ersten rein auf künstlicher Intelligenz basierenden Autorouter. In dieser Woche wurde dazu eine Beta-Version freigeschaltet, mit der sich Platinen mit bis zu 150 Netzen routen lassen, wobei der Autorouter kompatibel zu KiCAD ist.

    Zum Testen kann eine *.dsn Datei erstellt und hochgeladen werden, wobei die Bauteile zuvor von Hand platziert werden müssen. Innerhalb von 24 Stunden steht dann das fertige Layout zum Download bereit. Derzeit stehen zwei Lagen zur Verfügung, wobei ein DRC-konformes Ergebnis versprochen wird. Aktuell ist das kostenlose Angebot je Nutzer auf drei Layouts pro Woche beschränkt, kommerzielle Angebote mit weniger Limitierungen sind für nächstes Jahr geplant.

    Der Informationsgehalt auf der Website ist derzeit noch relativ gering, jedoch existiert auf Youtube ein Video zur Produkteinführung. Hier wird auch ein Layoutbeispiel gezeigt und die Nutzung der Seite demonstriert. Insgesamt handelt es sich bei DeepPCB um ein interessantes Projekt im Anfangsstadium, bei dem vor allem die Frage spannend bleibt, wie auf komplexe Probleme wie etwa die für nächstes Jahr geplante Bauteilplatzierung eingegangen wird.

  5. Bei der Bench Box 3 handelt es sich um ein modulares Netzteil, welches bis zu 6 Ausgänge bereitstellt. Darüber hinaus sorgt der Open-Source-Gedanke im Zusammenspiel mit einer passenden Entwicklungsumgebung für diverse Anpassungsmöglichkeiten.

    Auch ohne eigenen Gestaltungsdrang hat das Netzteil einiges zu bieten. Je nach Modulbestückung stehen pro Ausgang Spannungen mit bis zu 40 V zur Verfügung, als Strom lassen sich bis zu 5 A einstellen. Per Menü lassen sich diverse interne Kopplungen, wie Parallel- oder Serienschaltung, oder eine gemeinsame Masseverbindung zuschalten. Schutzschaltungen, etwa in Form der Stromlimitierung, lassen sich ebenfalls per Menüführung justieren. So kann hier beispielsweise die Ansprechzeit vorgegeben werden.

    Die einzelnen Kanäle sind dabei aus je zwei Regelstufen aufgebaut. Eine Vorregelung per Schaltregler sorgt für einen annehmbaren Wirkungsgrad und ermöglicht so auch die kompaktere Bauweise, da große Kühlkörper entfallen. Um dennoch eine möglichst rauschfreie Gleichspannung bereitzustellen zu können, findet eine lineare Regelung am Ende der Kette statt. Dieses Konzept ermöglicht es so, die Vorteile von Schalt- und Linearreglern zu vereinen.

    Zusätzlich lässt sich die Bench Box 3 per USB oder Ethernet fernbedienen und überwachen. Auf dem Touchdisplay lassen sich neben den Werten in Zahlenform auch Bargraphen oder Strom- bzw. Spannungskurven über die Zeit darstellen. Wem dies nicht reicht, kann selbst Hand anlegen und die Anzeige nach eigenen Wünschen frei gestalten. Zur Erprobung eigener Anpassungen an der Firmware steht hier ein passender Firmware Simulator bereit.

    Für die Zukunft sind bereits zusätzliche Module geplant, die den Funktionsumfang weiter erhöhen sollen, wie etwa ein Funktionsgenerator, Power Analyzer oder ein Motorcontroller. Für den Nachbau des Projektes ist derzeit der Bezug über eine Crowdfunding-Kampagne möglich. Hier stehen neben einem Selbstbaukit für 145 $, bestehend aus dem Gehäuse und unbestückten Platinen, auch diverse fertig aufgebaute Lösungen ab 319 $ zur Auswahl. Für ein komplettes Netzteil sind in der aufgebauten Variante mindestens 554 $ fällig.