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  1. Nach gut drei Jahren stellt SiFive den Nachfolger des HiFive1 vor. Neben einigen Verbesserungen durch die zweite Generation des verwendeten FE310 SoCs bietet die neue Version nun drahtlose Konnektivität in Form von WLAN und Bluetooth.

    Der FE310 stellt den ersten quelloffenen und kommerziell verwendbaren RISC-V SoC dar. So findet sich der benötigte RTL-Code für eigene Implementierungen etwa im git-Repository des Herstellers. Wie schon die erste Generation, verfügt der FE310-G002 über einen 32-bit RV32IMAC-Kern mit 320+ Mhz Taktrate, 16 KB L1 Cache und 16 KB SRAM.

    Neu hinzugekommen sind neben dem bisherigen SPI-Interface eine zweite hardwareseitige UART-Schnittstelle, so wie eine I2C-Schnittstelle. Die Anzahl der GPIOs und PWM-Pins bleibt mit 19 beziehungsweise 9 unverändert. Die Railspannung der CPU kann nun abgeschaltet und das System so in einen Schlafmodus versetzt werden. Das auf dem FTDI FT2232 basierende Debuginterface wurde durch eine Segger J-Link-Schnittstelle ersetzt. Der auf dem Board vorhandene EEPROM wurde von 16 MB auf 4 MB reduziert, der Formfaktor ist gleich geblieben.

    Ausgeliefert werden sollen die ersten Entwicklungsboards Mitte April, wobei noch knapp einen Monat über eine Crowdfundingkampagne vorbestellt werden kann. Bei Vorbestellung kostet eine Platine 49 $, später soll das HiFive1 Rev B für 59 $ im Handel erhältlich sein.

  2. Bild: Make Munich/ Nathan Jamin
    Bild: Make Munich/ Nathan Jamin

    Wer noch keine Pläne für das kommende Wochenende hat und es nach München schafft, kann die Gelegenheit nutzen, um bei der Make Munich vorbeizuschauen. Die Messe bietet Makern und Tüftlern diverse Stände, Vorträge und Mitmach-Workshops.

    Das Motto der diesjährigen Veranstaltung lautet „Du kannst das auch!“. Wer also schon länger mit dem Gedanken spielt, etwas selbst zu entwickeln, anzufertigen oder zu reparieren darf sich angesprochen fühlen. Diverse Fablabs sorgen dafür, dass von Lötworkshops über Einführungen in den 3D-Druck bis hin zum Bau eines Roboters ein breites Spektrum zum Ausprobieren und Mitmachen geboten wird.

    Aber auch Vorträge zu realisierten Projekten wie der Handy-Airbag-Hülle ADcase oder dem 3D-Druck von Elektronik locken Besucher. Darüber hinaus sind diverse Aussteller auf zahlreichen Ständen vertreten. Abgerundet wird die Messe am Sonntag durch den Roboterkampf „Wörld Champignon-Chips Hebocon“, bei dem die Roboter aus Alltagsmaterialien und Schrott bestehen.

    Tickets können online oder an der Tageskasse erworben werden. Für Kinder bis 10 Jahre wird dabei kein Eintritt fällig, Jugendliche zahlen 8 €, regulär kostet das Tagesticket 15 €. Studenten, Arbeitslose, HarzIV-Empfänger und Menschen mit Einschränkungen zahlen 11 €.

  3. Am 2. und 3. Februar findet die FOSDEM in Brüssel statt. Neben Beiträgen zu der Portierung von Betriebssystemen auf die RISC-V-Architektur wird es einige spannende Vorträge zu diversen kleineren und größeren Projekten im Bereich der freien Soft- und Hardware geben.

    Die FOSDEM richtet sich zwar hauptsächlich an Entwickler im Bereich freier Software, dabei hat der Anteil hardwarenaher Themen in den vergangenen Jahren jedoch zugenommen. So gibt es etwa einen Vortrag zum Pocket Science Lab. Falls Änderungswünsche an der Software des eigenen Elektroautos bestehen, lohnt sicher ein Blick auf das Projekt FreedomEV.

    Wie in den vergangenen Jahren wird es auch wieder einen Vortrag zu dem Projektstatus von KiCAD durch Wayne Stambaugh geben. Aber auch weitere interessante Softwareprojekte, wie etwa Fritzing zum Entwurf von Steckbrett-Schaltungen oder Gnucap zur Simulation von Mixed-Signal-Schaltungen sind vertreten.

    Wer sich für den Status der RISC-V-Entwicklung interessiert, dürfte ebenfalls keinen Grund zur Klage finden. So befassen sich gleich elf Vorträge mit der offenen Befehlssatzarchitektur. Präsentationen bezüglich der Unterstützung von Betriebssystemen gibt es zu Debian, Fedora, FreeBSD, FreeRTOS und Buildroot.

    Wie schon bei den bisherigen Veranstaltungen wird es auch dieses Mal wieder Livestreams und Aufzeichnungen der Vorträge geben. Eine Übersicht aller Vorträge findet sich auf der Website, wobei die Tracks „CAD and Open Hardware“, „Hardware“ und „RISC-V“ wohl besonders hervorzuheben sind.

  4. Das Pocket Science Lab zielt darauf ab, ein weites Feld an gängigen Messaufgaben zu übernehmen. Für die Elektronikentwicklung üblicherweise benötigte Grundfunktionalitäten werden durch zusätzliche Sensoren für eine hohe Bandbreite an Messaufgaben abgerundet.

    Neben Oszilloskop, Voltmeter, einstellbaren Spannungsversorgungen, Logikanalysator und Funktionsgenerator zählt etwa auch die Kapazitätsmessung zum Funktionsumfang der kleinen Platine. Die Spezifikationen lautend dabei wie folgt:

    • 4-Kanal 2MSPS Oszilloskop
    • 12-Bit Voltmeter mit einem Eingangsbereich von ±10 mV bis ±16 V
    • 3x 12-Bit programmierbare Spannungsversorgungen (±3,3 V, ±5 V, 0...3 V)
    • 12-Bit programmierbare Stromversorgung (0...3,3 mA)
    • 4-Kanal, 4 MHz Logikanalysator
    • 2x Sinus-/ Dreieckgenerator, 5 Hz bis 5 kHz
    • 4x PWM Generator mit 15 nS Auflösung bis zu 8 MHz
    • Kapazitätsmessung im Bereich von pF bis µF

    Zusätzlich sind Schnittstellen wie I2C, SPI und UART vorhanden, um die Funktionalität durch Erweiterungsmodule zu ergänzen. Dadurch werden weitere Messaufgaben, wie etwa Feuchtigkeits-, Temperatur oder Helligkeitsmessungen ermöglicht. Doch auch eigene Erweiterungen sind dank des quelloffenen Ansatzes denkbar.

    Das Open-Source-Projekt richtet sich vor allem an den Hobbybereich, Lehre und Forschung. Zur Ansteuerung und Datenaufnahme stehen eine Android-App und eine Python-basierte Desktopumgebung bereit. Ein Installationsskript für die Desktopapplikation existiert derzeit für Debian, wobei die manuelle Installation für andere Linux-Distributionen beschrieben wird.

    Für die Hardware finden sich neben den Gerber-Daten für den Nachbau auch die KiCAD-Dateien auf GitHub. Fertig aufgebaut kann eine Platine für 59 € bezogen werden, für den Versand in Deutschland kommen Versandkosten von 5,95 € hinzu.

  5. In Zeiten kurzlebiger Elektrogeräte wächst der Wunsch vieler Kunden, diesem Trend zu entgehen. Einen wichtigen Aspekt für die Nachhaltigkeit technischer Geräte stellt deren Reparierbarkeit dar. Neben Leitfäden ehrenamtlicher Initiativen zur Selbstreparatur bringt der Jahreswechsel auch erste politische Signale für leichter zu reparierende Geräte mit sich.

    Dass das Interesse daran, Reparaturen selbst durchzuführen, hoch ist, zeigen zahlreiche Beiträge hier im Forum und die rege Diskussion bezüglich der kürzlich bekannt gegebenen Partnerschaft von Motorola und iFixit. Eine erste Hürde stellt jedoch häufig fehlendes Wissen in Kombination mit fehlenden Reparaturleitfäden dar. Dem begegnen mittlerweile zahlreiche ehrenamtliche Initiativen damit, dass sie interessierten Verbrauchern in Reparatur-Cafés zur Seite stehen.

    Hervorzuheben sind dabei Projekte, die sich etwa mit der Wissensvermittlung an Schüler befassen. Nach zweijährigem Betrieb einer Schülerreparaturwerkstatt an der Rudolf-Steiner-Schule in München-Schwabing ist so ein Leitfaden für die Praxis entstanden. Dieser stellt die gewonnenen Erkenntnisse kostenlos zur Verfügung und lädt zum Nachahmen ein. Auch der Verein Let's MINT stellt ein Handbuch für Reparaturwerkstätten an Schulen kostenlos zur Verfügung.

    Wer nicht plant, gleich eine Werkstatt an einer Schule einzurichten, findet mittlerweile auch diverse Leitfäden online, wie etwa den kürzlich erschienenen Reparaturleitfaden für Kaffeevollautomaten von Ulrich Libal oder Hilfestellungen auf diversen Webseiten. Über einen weiten Bereich ergibt sich somit das gleiche Bild; Nutzer, die sich gegenseitig helfen und unterstützen.

    Die Hilfestellung seitens der Hersteller lässt jedoch häufig zu wünschen übrig. Wenn nicht gerade versucht wird, eigenständige Reparaturen durch Nutzer zu unterbinden, besteht meist ein Mangel an Ersatzteilen oder schwer zu öffnende Geräte erschweren die Reparatur. Diese Problematik ist mittlerweile im politischen Diskurs angekommen. So wird auf EU-Ebene derzeit über Gesetzesänderungen zu Haushaltsgeräten abgestimmt.

    Bereits angenommen wurde ein Gesetz, das sich mit der Nachhaltigkeit von Kühlschränken beschäftigt. Ersatzteile wie Dichtungen sollen so etwa für alle Verbraucher erhältlich und tauschbar sein. Auch sollen sich einige wichtige Bestandteile ohne Spezialwerkzeug zerstörungsfrei öffnen lassen. Für manche Ersatzteile ist der Erwerb jedoch professionellen Reparateuren vorbehalten, wobei auf nationaler Ebene noch geklärt werden muss, wie dieses Kriterium genau zu verstehen ist. Abstimmungen zu weiteren Gesetzestexten sind für den 8. Januar (Geschirrspülmaschinen) und 10. Januar (Waschmaschinen) des kommenden Jahres geplant.

    Deutlich weiter gehen die Forderungen nach einem allgemeineren „Recht auf Reparatur“. Dieses wird in den USA bereits seit einigen Jahren von The Repair Association gefordert, bislang scheiterten jedoch alle vorgeschlagenen Gesetzesänderungen. Diese würden von Herstellern unter anderem einfordern, Dokumentationen zu Geräten weiterzugeben und so Reparaturen zu erleichtern. Spätestens mit der Forderung nach einem europaweiten Gesetz durch die Grünen im Bundestag, welches herstellerseitig Reparaturanleitungen und langfristig verfügbaren Ersatzteile vorsieht, ist die Diskussion um das Recht auf Reparatur nun auch in Deutschland angekommen.