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  1. Von Lilygo ist eine neue Kombination aus ESP32 und Displaymodul verfügbar. Anders als beim Vorgänger besitzt die neue Variante wahlweise ein 1,54″ bis 2,9″ großes ePaper Display.

    Bereits im letzten Jahr war eine Variante ausESP32 und OLED-Display mit LoRa für unter 10 € erschienen. Zwar verzichtet die jüngste Variante auf LoRa, dafür kommt derzeit eines der vier Displays zum Einsatz:

    • 1.54″ 200×200 Pixel, 2 Sekunden Aktualisierungsrate (gesamter Bildinhalt)
    • 2.13″ 250×122 Pixel, 2 Sekunden Aktualisierungsrate (gesamter Bildinhalt)
    • 2.70″ 264×176 Pixel, 6 Sekunden Aktualisierungsrate (gesamter Bildinhalt)
    • 2.90″ 296×128 Pixel, 2 Sekunden Aktualisierungsrate (gesamter Bildinhalt)

    Hiermit wird eine besonders geringe Stromaufnahme ermöglicht. Dadurch eignet sich das Modul besonders für Anwendungen, bei denen die Informationen nur selten aktualisiert werden müssen, wie es etwa bei Preisschildern oder einer Wetteranzeige der Fall ist. Beim Aktualisieren des Displayinhaltes soll das Modul auf 26,4 mW kommen, im Standby sollen weniger als 17 µW benötigt werden.

    Das Modul verfügt neben dem ESP32 Zweikernprozessor-SoC samt WiFi 802.11 b/g/n und Bluetooth 4.1 LE über einen microSD-Kartenslot, Lautsprecher und Erweiterungsmöglichkeiten über GPIO und UART. Weiter stehen 3 Taster zur Verfügung, die Betriebsspannung beträgt 3,3 V.

    Derzeit werden ePapermodule unterstützt, die auf den beiden Controllern GDEH029A1 und SSD1608 basieren, später sollen weitere hinzukommen. Eine Dokumentation samt Beispielcode steht auf Github bereit. Bezogen werden kann die aktuelle Version (1.2) über den Herstellershop auf Aliexpress ab knapp 25 €.

  2. Das TinyFPGA BX ermöglicht den günstigen Einstieg in die FPGA-Welt. Dabei ist sowohl das Modul selbst wie auch die unterstützte FPGA-Toolchain quelloffen.

    FPGA-Entwicklungsboards sind meist groß und teuer, das TinyFPGA BX richtet sich jedoch im Besonderen an die Makerszene und Hobbyisten. So enthält das handliche Modul alle wesentlichen Bestandteile wie etwa Stromversorgung und Taktgenerierung, verzichtet dabei aber auf unnötige Peripherie. In eigene Projekte kann das Board über Stiftleisten und Lötpunkte integriert werden, wodurch auch der Einsatz auf einem Breadboard möglich ist.

    Neben der Hardware selbst ist auch der Bootloader quelloffen, zur Entwicklung kann die Open Source FPGA-Toolchain IceStorm verwendet werden. Abgesehen von Hardwarebeschreibungssprachen wie VHDL, Verilog, Migen oder Chisel wird auch die grafische Schaltungseingabe unterstützt. Somit eignet sich das Projekt gut für erste Schritte mit programmierbaren Logikbausteinen. Die Programmierung erfolgt ohne zusätzlich benötigte Hardware über USB.

    Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch knapp zwei Wochen. Ein Modul kostet 38 $, wobei für den Versand nach Deutschland weitere 6 $ hinzukommen. Ausgeliefert werden sollen die Platinen im Juli dieses Jahres.

  3. Das ESP32 LyraTD MSC ist das jüngste Entwicklungskit von Espressif und kombiniert ein Drahtlosmodul des Herstellers mit Mikrofonarray und DSP. Damit eignet sich das Kit besonders für Audioanwendungen im Zusammenhang mit Spracherkennung.

    Das zum Einsatz kommende ESP32-WROVER-Modul bietet neben einem mit 240 MHz getakteten Zweikernprozessor WLAN- und Bluetooth-Unterstützung. Dabei verfügt das Entwicklungskit über diverse Schnittstellen nach außen, wie USB, SPI, I2C, I2S und UART. Hinzu kommen neben einem Micro-SD-Card-Slot noch ein Kopfhöreranschluss und zwei Lautsprecherausgänge.

    Bei dem verwendeten Audioprozessor handelt es sich um den ZL38063 von MicroSemi, welcher in Kombination mit einem Mikrofonarray, bestehend aus drei Einzelmikrofonen, zum Einsatz kommt. Dieser unterstützt neben Rausch- und Echounterdrückung auch Schallquellenlokalisierung und Fernfeld-Fähigkeiten bei Abständen von bis zu 5 Metern zu dem Mikrofonarray.

    Derzeit beschränkt sich die Dokumentation noch auf einen 10-seitigen User Guide (PDF, 10,5 MB), welcher in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurde. Interessant dürfte hier das Github-Repository für das ebenfalls auf dem ZL38063 basierenden Entwicklungskit ZLK38AVS2 von Microsemi sein. Ab wann das ESP32 LyraTD MSC erhältlich sein wird, ist derzeit ebenso wie der Preis noch nicht bekannt.

  4. Mit dem Raspberry Pi 3 Model B+ ist die neueste Version des beliebten Einplatinencomputers seit heute verfügbar. Neben einer gesteigerten Taktrate und Gigabit-Ethernet lässt sich das neue Modell um Power-over-Ethernet erweitern.

    Für die verbesserte Variante kommt wie schon beim Raspberry Pi 3 Model B ein Cortex-A53 zum Einsatz. Dieser wird jedoch dank thermisch besserem SoC-Gehäuse und verbessertem Power Management mit bis zu 1,4 GHz statt 1,2 GHz getaktet. Gleich bleiben neben dem etablierten Formfaktor die GPU und die Arbeitsspeichergröße von 1 GB.

    Verbesserungen sind mit der Modellpflege vor allem bei der Konnektivität eingeflossen. So verfügt die neue Variante über Gigabit-Ethernet, Dualband 802.11ac WLAN und Bluetooth 4.2. Ein PoE HAT, der Power-over-Ethernet ermöglichen soll, ist bereits geplant. Dieser lässt über eine neu hinzugekommene Stiftleiste anbinden.

    Weitere Verbesserungen betreffen die Bootmöglichkeiten über Netzwerk und von USB-Massespeichern. Hier kam es bei dem Preboot Execution Environment (PXE), welches mit dem Vormodell eingeführt wurde, zu Kompatibilitätsproblemen.

    Das Raspberry Pi 3 Model B+ ist ab sofort zum Preis des Vorgängers erhältlich, eine aktualisierte Raspbian-Version steht ebenfalls zum Download bereit. Die Vorgängermodelle sollen, solange Bedarf besteht, weiter produziert werden.

  5. Mit dem BeagleWire kann das BeagleBone Black um einem Lattice iCE40HX4K erweitert werden. Neben Anwendungen, die einen FPGA erfordern, ist die Kombination auch als Lernplattform interessant. So lässt sich der Verilog-Code etwa direkt auf dem BeagleBone synthetisieren.

    Neben dem Lattice iCE40HX4K verfügt das BeagleWire über 32 MB SDRAM, 4 MB SPI-Flash, einen 100 MHz Oszillator und die benötigte Spannungsversorgung. Erweiterungen können an je vier Grove- und Pmod-Konnektoren angebracht werden. Dadurch kann auf eine Vielzahl bestehender Module zurückgegriffen werden. Natürlich lassen sich hier auch eigene Erweiterungen über SPI, I2C, UART oder GPIO ansprechen.

    Das Projekt ist dabei komplett quelloffen. Neben einer Dokumentation existiert je ein eigenes Repository für die KiCad-Dateien und die Software. Als Toolchain für den Lattice iCE40 kann das ebenfalls quelloffene Projekt IceStorm genutzt werden. IceStorm ist dabei sowohl auf dem eigenen PC als auch auf dem BeagleBone lauffähig.

    Einsetzen lässt sich das BeagleWire neben dem BeagleBone Black auch auf dem BeagleBone Black Wireless und dem BeagleBone Black Industrial von element14. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Kampagne auf Crowd Supply, wobei ein Board 85 $ kostet, bei der Early Bird Aktion sind es 75 $. Für den Versand nach Deutschland werden weitere 10 $ fällig.