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  1. In Zeiten kurzlebiger Elektrogeräte wächst der Wunsch vieler Kunden, diesem Trend zu entgehen. Einen wichtigen Aspekt für die Nachhaltigkeit technischer Geräte stellt deren Reparierbarkeit dar. Neben Leitfäden ehrenamtlicher Initiativen zur Selbstreparatur bringt der Jahreswechsel auch erste politische Signale für leichter zu reparierende Geräte mit sich.

    Dass das Interesse daran, Reparaturen selbst durchzuführen, hoch ist, zeigen zahlreiche Beiträge hier im Forum und die rege Diskussion bezüglich der kürzlich bekannt gegebenen Partnerschaft von Motorola und iFixit. Eine erste Hürde stellt jedoch häufig fehlendes Wissen in Kombination mit fehlenden Reparaturleitfäden dar. Dem begegnen mittlerweile zahlreiche ehrenamtliche Initiativen damit, dass sie interessierten Verbrauchern in Reparatur-Cafés zur Seite stehen.

    Hervorzuheben sind dabei Projekte, die sich etwa mit der Wissensvermittlung an Schüler befassen. Nach zweijährigem Betrieb einer Schülerreparaturwerkstatt an der Rudolf-Steiner-Schule in München-Schwabing ist so ein Leitfaden für die Praxis entstanden. Dieser stellt die gewonnenen Erkenntnisse kostenlos zur Verfügung und lädt zum Nachahmen ein. Auch der Verein Let's MINT stellt ein Handbuch für Reparaturwerkstätten an Schulen kostenlos zur Verfügung.

    Wer nicht plant, gleich eine Werkstatt an einer Schule einzurichten, findet mittlerweile auch diverse Leitfäden online, wie etwa den kürzlich erschienenen Reparaturleitfaden für Kaffeevollautomaten von Ulrich Libal oder Hilfestellungen auf diversen Webseiten. Über einen weiten Bereich ergibt sich somit das gleiche Bild; Nutzer, die sich gegenseitig helfen und unterstützen.

    Die Hilfestellung seitens der Hersteller lässt jedoch häufig zu wünschen übrig. Wenn nicht gerade versucht wird, eigenständige Reparaturen durch Nutzer zu unterbinden, besteht meist ein Mangel an Ersatzteilen oder schwer zu öffnende Geräte erschweren die Reparatur. Diese Problematik ist mittlerweile im politischen Diskurs angekommen. So wird auf EU-Ebene derzeit über Gesetzesänderungen zu Haushaltsgeräten abgestimmt.

    Bereits angenommen wurde ein Gesetz, das sich mit der Nachhaltigkeit von Kühlschränken beschäftigt. Ersatzteile wie Dichtungen sollen so etwa für alle Verbraucher erhältlich und tauschbar sein. Auch sollen sich einige wichtige Bestandteile ohne Spezialwerkzeug zerstörungsfrei öffnen lassen. Für manche Ersatzteile ist der Erwerb jedoch professionellen Reparateuren vorbehalten, wobei auf nationaler Ebene noch geklärt werden muss, wie dieses Kriterium genau zu verstehen ist. Abstimmungen zu weiteren Gesetzestexten sind für den 8. Januar (Geschirrspülmaschinen) und 10. Januar (Waschmaschinen) des kommenden Jahres geplant.

    Deutlich weiter gehen die Forderungen nach einem allgemeineren „Recht auf Reparatur“. Dieses wird in den USA bereits seit einigen Jahren von The Repair Association gefordert, bislang scheiterten jedoch alle vorgeschlagenen Gesetzesänderungen. Diese würden von Herstellern unter anderem einfordern, Dokumentationen zu Geräten weiterzugeben und so Reparaturen zu erleichtern. Spätestens mit der Forderung nach einem europaweiten Gesetz durch die Grünen im Bundestag, welches herstellerseitig Reparaturanleitungen und langfristig verfügbaren Ersatzteile vorsieht, ist die Diskussion um das Recht auf Reparatur nun auch in Deutschland angekommen.

  2. Ich wünsche allen Besuchern von Mikrocontroller.net ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage, und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Vielen Dank an alle die sich im Forum und in der Artikelsammlung beteiligt haben. Und wie immer besonderen Dank an die Moderatoren für ihr Engagement im Forum!

  3. Mit dem OpenLogger MZ stellt Digilent eine interessante Alternative zu bestehenden Datenloggern vor. Neben einer für das Preissegment hohen Abtastrate von bis zu 500 kS/s, bietet der Datenlogger zusätzliche Funktionen und kann drahtlos verwendet werden.

    Der Funktionsumfang des Datenloggers umfasst dabei neben je 8 analogen und digitalen Eingängen auch einen analogen Ausgang, so wie zwei einstellbare Netzteile. Dadurch können Schaltungen mit ±4 V und bis zu 50 mA direkt versorgt werden. Die Auflösung der Eingänge wird mit 16 Bit angegeben, Signale können im Bereich von ±10 Volt mit einer Bandbreite von 50 kHz aufgenommen werden. Der Ausgang lässt sich als Funktionsgenerator mit einer 1-Mhz-Bandbreite verwenden. So können typische Signalformen wie Sinus, Sägezahn, Rechteck oder eine Gleichspannung mit einer Auflösung von 10 Bit ausgegeben werden.

    Dabei eignet sich der OpenLogger sowohl zum Streaming der Daten per USB oder WLAN an PC und Smartphone, wie auch zum Aufzeichnen auf eine microSD-Karte. Beide Funktionen können gleichzeitig und unabhängig voneinander genutzt werden. Per WLAN lassen sich 10 kS/s streamen, über USB sind es 200 kS/s und auf die microSD-Karte lassen sich Daten mit bis zu 500 kS/s aufzeichnen. Durch die drahtlose Anbindungsmöglichkeit ist der Logger neben klassischen Laboraufgaben auch für bewegte Objekte interessant, bei denen eine kabelgebundene Verbindung stören würde. Darüber hinaus ergibt sich natürlich auch die Isolation zwischen verwendeten PC und Messobjekt.

    Für Datenaufnahme und Konfiguration steht die Applikation WaveForms Live zur Verfügung, die sich per Browser oder als App für Android und iOS nutzen lässt. Die Software, die bereits beim OpenScope MZ zum Einsatz kommt, kann auch online getestet werden. Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne, wobei das Finanzierungsziel vorgestern erreicht wurde. Interessenten haben noch eine Woche Zeit, das Projekt zu unterstützen. Ein OpenLogger MZ ist dabei mit Versandkosten ab 124 $ erhältlich. Der Versand soll am 30. Dezember beginnen.

  4. Bild: Spaceflight
    Bild: Spaceflight

    Per Mitfahrgelegenheit in den Weltraum, so oder so ähnlich die Idee von Spaceflight Industries. Gleich 64 Satelliten aus 17 Ländern starten am kommenden Montag gemeinsam ins All. Neben zahlreichen Forschungsprojekten sind auch Amateurfunksatelliten mit an Board.

    Die SSO-A SmallSat Express getaufte Mission startet am 19. November um 19:31 deutscher Zeit von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien, wobei eine SpaceX Falcon 9 zum Einsatz kommt. Wie bei bisherigen SpaceX Starts dürfte auch hier mit einem Livestream zu rechnen sein.

    Die 15 Mikrosatelliten und 49 CubeSats entstammen größtenteils Projekten von Universitäten, wie beispielsweise der miniaturisierte Satellitenschwarm BEESAT-5/-6/-7/-8 der TU Berlin. Aber auch das DLR ist mit einem Projekt zur Erforschung von Lebenserhaltungssystemen, die Ressourcen wie Luft, Wasser oder Nahrung wiederaufbereiten sollen, vertreten. Einige weitere Projekte stellt Spaceflight auf der eigenen Website vor, mit darunter der CubeSat einer Highschool.

    Dabei kommen auch Funkamateure nicht zu kurz. Gleich 17 Satelliten, die in eine sonnensynchrone niedrige Erdumlaufbahn befördert werden, bieten Möglichkeiten in diesem Bereich. AMSAT-UK stellt dazu eine Übersicht der Funktionalitäten und genutzten Frequenzbänder bereit. Eine detaillierte Beschreibung der Mission, sowie eine Übersicht aller Satelliten findet sich auf eoportal.org.

  5. Mit dem Model A+ gibt es nun wieder einen aktuellen Vertreter der beliebten Einplatinencomputerreihe mit dem kleineren Formfaktor. Dabei bietet der jüngste Zuwachs die gleichen Leistungsdaten wie das Model 3B+, verzichtet aber auf Ethernet, die Hälfte des Arbeitsspeichers und den USB-Hub. Erfreulicherweise hat sich neben der Fläche auch der Preis verringert.

    Der Formfaktor entspricht dabei dem des ursprünglichen A+, bei Raspberry Pi 2 und 3 gab es jeweils keine A-Versionen. Im Gegensatz zu der kleinen Pi Zero Reihe, ist der Raspberry Pi 3 A+ deutlich leistungsstärker und basiert auf demselben SoC wie der große Bruder. Damit gestalten sich auch die Kenndaten relativ ähnlich:

    • 1,4 GHz 64-Bit Vierkern ARM Cortex-A53 CPU
    • 512 MB LPDDR2 SDRAM
    • Zweiband 802.11ac WLAN und Bluetooth 4.2/BLE
    • Booten von USB-Massespeichern

    Ebenfalls geblieben sind der HDMI-Anschluss und der microSD-Slot, wodurch die neue Variante durchaus für Projekte attraktiv ist, die bisher das größere Modell erforderten. Zeitgleich mit der neuen Modellvariante wurde ebenfalls ein passendes Gehäuse vorgestellt.

    Sofern kein Ethernet benötigt wird und der Speicher von 512 MB ausreicht, dürfen sich Anwender also über den etwas geringeren Preis und die kleineren Abmessungen freuen. Erhältlich ist das neue Modell derzeit ab knapp 25 € bei Reichelt, Pollin oder Welectron.