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  1. Bild: Spaceflight
    Bild: Spaceflight

    Per Mitfahrgelegenheit in den Weltraum, so oder so ähnlich die Idee von Spaceflight Industries. Gleich 64 Satelliten aus 17 Ländern starten am kommenden Montag gemeinsam ins All. Neben zahlreichen Forschungsprojekten sind auch Amateurfunksatelliten mit an Board.

    Die SSO-A SmallSat Express getaufte Mission startet am 19. November um 19:31 deutscher Zeit von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien, wobei eine SpaceX Falcon 9 zum Einsatz kommt. Wie bei bisherigen SpaceX Starts dürfte auch hier mit einem Livestream zu rechnen sein.

    Die 15 Mikrosatelliten und 49 CubeSats entstammen größtenteils Projekten von Universitäten, wie beispielsweise der miniaturisierte Satellitenschwarm BEESAT-5/-6/-7/-8 der TU Berlin. Aber auch das DLR ist mit einem Projekt zur Erforschung von Lebenserhaltungssystemen, die Ressourcen wie Luft, Wasser oder Nahrung wiederaufbereiten sollen, vertreten. Einige weitere Projekte stellt Spaceflight auf der eigenen Website vor, mit darunter der CubeSat einer Highschool.

    Dabei kommen auch Funkamateure nicht zu kurz. Gleich 17 Satelliten, die in eine sonnensynchrone niedrige Erdumlaufbahn befördert werden, bieten Möglichkeiten in diesem Bereich. AMSAT-UK stellt dazu eine Übersicht der Funktionalitäten und genutzten Frequenzbänder bereit. Eine detaillierte Beschreibung der Mission, sowie eine Übersicht aller Satelliten findet sich auf eoportal.org.

  2. Mit dem Model A+ gibt es nun wieder einen aktuellen Vertreter der beliebten Einplatinencomputerreihe mit dem kleineren Formfaktor. Dabei bietet der jüngste Zuwachs die gleichen Leistungsdaten wie das Model 3B+, verzichtet aber auf Ethernet, die Hälfte des Arbeitsspeichers und den USB-Hub. Erfreulicherweise hat sich neben der Fläche auch der Preis verringert.

    Der Formfaktor entspricht dabei dem des ursprünglichen A+, bei Raspberry Pi 2 und 3 gab es jeweils keine A-Versionen. Im Gegensatz zu der kleinen Pi Zero Reihe, ist der Raspberry Pi 3 A+ deutlich leistungsstärker und basiert auf demselben SoC wie der große Bruder. Damit gestalten sich auch die Kenndaten relativ ähnlich:

    • 1,4 GHz 64-Bit Vierkern ARM Cortex-A53 CPU
    • 512 MB LPDDR2 SDRAM
    • Zweiband 802.11ac WLAN und Bluetooth 4.2/BLE
    • Booten von USB-Massespeichern

    Ebenfalls geblieben sind der HDMI-Anschluss und der microSD-Slot, wodurch die neue Variante durchaus für Projekte attraktiv ist, die bisher das größere Modell erforderten. Zeitgleich mit der neuen Modellvariante wurde ebenfalls ein passendes Gehäuse vorgestellt.

    Sofern kein Ethernet benötigt wird und der Speicher von 512 MB ausreicht, dürfen sich Anwender also über den etwas geringeren Preis und die kleineren Abmessungen freuen. Erhältlich ist das neue Modell derzeit ab knapp 25 € bei Reichelt, Pollin oder Welectron.

  3. Heute hat SiFive die Verfügbarkeit der neuen IP 7-Reihe auf RISC-V-Basis bekannt gegeben. Die Kerne für eingebettete Systeme sind dabei für verschiedene Szenarien, etwa für Echtzeitanwendungen oder zur Nutzung als Anwendungsprozessor, optimiert. Die neue Prozessorreihe erlaubt auch einen Achtkernprozessor, mit dem ein vollwertiges Linuxsystem genutzt werden kann.

    Unterteilt wird die neue Prozessorgeneration in die Reihen E7, S7 und U7. Dabei bietet die E7-Reihe, derzeit bestehend aus den 32-Bit-Prozessoren E76 und E76-MC, eine hohe Energieeffizienz. Besonders hohe Leistungsfähigkeit soll sich mit den 64-Bit S7-Prozessoren S76 und S76-MC erzielen lassen. Darüber hinaus ermöglichen die 64-Bit-Kerne U74 und U74-MC die Nutzung von Linux, wobei SiFive die U7-Reihe auf der Website mit dem ARM Cortex-A55 vergleicht.

    Kombiniert werden können dabei bis zu acht gleiche Kerne, wobei derzeit Standardprozessoren mit maximal vier U7-Kernen und einem S7-Kern als fertiges Design verfügbar sind. Später sollen sich die neuen Prozessoren anwendungsspezifisch anpassen und konfigurieren lassen. Die Evaluation kann danach mit einem FPGA erfolgen, bevor das Design lizenziert wird. Ein solcher nach Maß angefertigter Prozessor soll potenziellen Kunden nach wenigen Wochen als IP-Core zur Verfügung stehen.

    Weitere Informationen:

  4. Elektronik im Consumerbereich wird schnelllebiger. Besonders bei Smartphones geht der Trend immer mehr zu Neukauf statt Reparatur. Wer selbst reparieren möchte, steht dabei vor einigen Problemen, nicht zuletzt durch fehlendes Interesse seitens der Hersteller. Mit Motorola weicht nun einer der großen Anbieter erstmals von der in der Branche üblichen Strategie ab.

    Selbst Teile wie der Akku, den Nutzer früher ohne besondere technische Kenntnisse bei Smartphones und Notebooks selbst tauschen konnten, sind heute oftmals fest verbaut und ein Wechsel setzt neben handwerklichem Geschick entsprechendes Wissen voraus. Wer sich dennoch an die Reparatur wagt, steht nicht zuletzt vor dem Problem der Ersatzteilbeschaffung.

    Zwar werden Teile wie Displays, Akkus oder einzelne Platinen mittlerweile auf diversen Handelsplattformen verkauft, original sind die dort angebotenen Ersatzteile, entgegen der Behauptung vieler Händler, jedoch kaum. Je nach Qualität der nachgebauten Teile ist mit Einbußen bei der Funktionalität oder Optik bis hin zu schadhaften Teilen zu rechnen. Spezielle Ersatzteile, wie etwa einzelne ICs, lassen sich darüber hinaus oft nur aus Fernost beziehen. Die Chancen, hier ein brauchbares Ersatzteil zu erhalten, lassen sich ebenfalls schwer einschätzen.

    Seitens der Hersteller besteht dabei kaum Interesse, Ersatzteile an unabhängige Reparaturwerkstätten oder gar Privatpersonen abzugeben. Hersteller wie beispielsweise Apple wehren sich gar gegen Gesetzesreformen in den USA, die die Rechte von Verbrauchern stärken sollen, eigene Geräte reparieren zu können. Begründet wird dies oftmals mit Sicherheitsrisiken für den Nutzer.

    Umso bemerkenswerter ist die nun bekannt gegebene Partnerschaft von Motorola und iFixit, die es Nutzern erleichtern soll, eigene Geräte selbst zu reparieren. So werden neben detaillierten Reparaturanleitungen und den einzelnen Ersatzteilen auch speziell zusammengestellte Reparatursätze, bestehend aus den Originalteilen und dem benötigten Werkzeug, vom Hersteller bereitgestellt. Damit soll es auch für unerfahrene Anwender mit etwas Geschick möglich sein, den Grundzustand eines defekten Smartphones wiederherzustellen.

    Für die Zukunft lässt sich für reparaturinteressierte Verbraucher hoffen, dass weitere Hersteller diesem Beispiel folgen. Die in der breiten Öffentlichkeit angekommene Diskussion um geplante Obsoleszenz und die zunehmende Verbreitung von Reparatur-Cafés zeigt, dass durchaus Interesse an langlebiger und reparierbarer Elektronik im Consumerbereich vorhanden ist.

  5. Spätestens seit der Einführung des ersten Saleae Logic sind brauchbare Logikanalysatoren nicht nur für den professionellen Einsatz erschwinglich. Zudem ist das Handling im Vergleich zu den sperrigen Geräten vergangener Tage bei den USB-Versionen deutlich intuitiver geworden. Mit dem SP209 und dem SP209i stellt der Hersteller IKALOGIC nun zwei weitere Logikanalysatoren im bezahlbaren Preissegment mit interessanten Features bereit.

    Beide Versionen des SP209 bieten 9 Kanäle, die mit 200 MSPS abgetastet werden können. Durch die ungewöhnliche Wahl der Kanalanzahl kann etwa neben einem 8-bit-Datenbus gleichzeitig auch ein Taktsignal erfasst werden. Die Logiklevel können dabei auf 1,8 V, 2,5 V, 3,3 V oder 5 V eingestellt werden. Darüber hinaus bietet die industrielle Variante die Möglichkeit, Schnittstellen wie RS232, RS485 und CAN oder LIN direkt anzuschließen.

    Zusätzlich ist bei beiden Varianten ein Triggerein- und Ausgang vorhanden, wodurch die Logikanalysatoren mit weiterem Messequipment kombiniert werden können. Um Fehlimpulse bei langsamen Anstiegszeiten zu vermeiden, sind alle Eingänge mit Schmitt-Triggern ausgeführt. Die Anbindung an den PC erfolgt über USB 2.0, wobei die aufgenommenen Samples vor der Übertragung komprimiert werden. 2 GB DDR-3 RAM ermöglichen die Zwischenspeicherung der Daten, um Einbrüchen bei der Übertragung entgegenzuwirken.

    Die benötigte Software ScanaStudio kann unter Windows, Linux und Mac verwendet werden. Unterstützt werden dabei die üblichen Protokolle, unter anderem SPI, I2C, UART, 1-Wire, CAN. Dabei stehen die Implementierungen quelloffen auf github bereit, was auch die Implementierung eigener Decoder erleichtert. Neben üblicher Triggerfunktionen, wie Flanken oder einfacher Sequenzen, können auch Wörter im verwendeten Protokoll als Triggerereignis vorgegeben werden.

    Derzeit kostet die Standardvariante im Shop des Herstellers bei Vorbestellung 299 €, die industrielle Version ist für 399 € erhältlich. Die Auslieferung soll dabei je nach Version ab dem 15. November erfolgen. Der reguläre Preis wird bei Verfügbarkeit je 50 € höher liegen.